John Pellowe über die Nutzung von Constellation für Unternehmen und Bildungseinrichtungen

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John Pellowe

Photo Credit © Laura Starmer

"Die Constellation Voice Lift Systeme verbessern die Sprachverständlichkeit und erhalten gleichzeitig die natürliche Abbildung des Klanges. Der Klang wird als vom Ort der sprechenden Person kommend wahrgenommen und nicht von nahegelegenen Lautsprechern, wie typischerweise mit einer verteilten PA passiert."

- John Pellowe
Project Director für Constellation

Als Projektleiter für Constellation ist John Pellowe Teil eines kleinen Teams, das weltweit für die Kalibrierung und das Voicing von Meyer Sounds Constellation Active Acoustic System verantwortlich ist. Bevor er 2006 zu Meyer Sound kam, hatte sich Pellowe einen guten Ruf als Toningenieur für klassische Musik bei Decca Records in London erarbeitet und wurde mit einem Grammy ausgezeichnet. Außerdem war er als Sound Engineering Director für die weltweiten Konzerttourneen von Luciano Pavarotti und The Three Tenors verantwortlich. Eine der jüngsten und herausforderndsten Aufgaben von Pellowe war die Feinabstimmung von drei Constellation Systemen im Maersk Building, einer technologisch wegweisenden Ergänzung des Panum-Instituts für medizinische Ausbildung an der Universität Kopenhagen. Im folgenden Interview erläutert er, wie diese Installation neue Wege für Meyer Sounds Constellation Programm aufzeigt.

Warum wurde Constellation in den Auditorien des Maersk Buildings integriert?

Pellowe: Das Maersk Building wurde als die umweltfreundlichste und technologisch fortschrittlichste medizinische Ausbildungsstätte in Europa konzipiert. Dank der Großzügigkeit der Stiftung der Familie Maersk war es ein Projekt ohne Kompromisse. Sie wollten für jeden einzelnen Bereich des Gebäudes die fortschrittlichste Lernumgebung, was bedeutete, dass Constellation in die drei großen Hörsäle integriert wurde, die über 130 bis zu mehr als 500 Sitzplätzen verfügen.

Welche Vorteile bietet Constellation in dieser Anwendung?

Pellowe: In einigen Räumen der medizinischen Fakultät gibt es kleine PA Systeme und die Dozenten verwenden herkömmliche Mikrofone. Wir alle wissen, dass dies eine einseitige Kommunikation ist: Eine Person spricht, und alle anderen hören zu. Obwohl man sagen kann, dass dies für kleinere Räume ok ist, gibt es eine unvermeidliche Trennung zwischen dem Dozenten und den Studenten, die durch den Mangel an akustischer Intimität, die mit der Raumgröße wächst, verursacht wird. Je größer der Raum, desto unpraktischer wird es Gespräche zu führen, die jeder verstehen kann. In größeren Räumen können nur wenige verstehen, was gesagt wird, wenn jemand in der linken hinteren Ecke eine Frage hat, es sei denn, der Fragesteller hebt seine Stimme. Die Idee war also, eine Umgebung für größere Räume zu schaffen, in denen der Dozent erstens ohne Mikrofon sprechen kann, so dass ihm das Problem, ein Mikro tragen zu müssen oder sich auf ein Mikrofon am Podium konzentrieren zu müssen, erspart bleibt. Zweitens, die Schaffung eines Umfelds, in dem jeder bei Debatten und Fragen jeden anderen hören kann. Beide Probleme werden mit einem Constellation Voice Lift System gelöst. Das System kann in mehreren Modi betrieben werden, aber die beiden wichtigsten sind Präsentation und Fragen und Antworten Runden (Q&A). Im Präsentationsmodus konzentriert sich das Voice Lift primär auf den Bereich direkt vor den Videowänden, um die Dozenten zu unterstützen, aber es bietet auch anderen im Raum Unterstützung, falls jemand eine schnelle Frage aufwirft. Der Moderator kann mit einem Tastendruck auf einen Touchscreen-Knopf in den Q&A-Modus wechseln, wo der Vortragende zwar eine höhere Priorität hat, aber jeder mit jedem anderen im Raum sprechen und deutlich gehört werden kann, auch von jemandem, der hinter einem Fragesteller sitzt. Je größer der Raum, desto größer die Herausforderung. In einem 500 Sitzplätze fassenden Hörsaal wird dies zu einem außerordentlich komplexen Unterfangen. Wir sind unglaublich stolz auf die Ergebnisse, die wir erreicht haben, da sie bahnbrechend sind, was die Größe und die Anforderungen an das System angeht. Wir waren übrigens auch erstaunt zu erfahren, dass die Dänen nicht die lautesten Redner sind. Sie reden manchmal ausgesprochen leise!

Welche Herausforderungen stellt die Integration von Constellation in komplette AV-Präsentationssysteme dar?

Pellowe: AV ist mittlerweile zu einem integralen Bestandteil herkömmlicher Vortragsräume geworden, und ein Problem ist, dass die Bildschirme immer größer werden. Unabhängig davon, wo Sie sich im Raum befinden, Sie möchten keine Mikrofone vor einem Videobild hängen sehen. Damit diese Räume mit Mikrofonen arbeiten können, die außerhalb der Sichtlinie platziert sind, benötigen wir eine sehr geringe Nachhallzeit der Raumakustik das Saals an sich. In einem Konzertsaal für klassische Musik haben Sie beispielsweise typischerweise eine Nachhallzeit (RT) zwischen 1,8 und 2,2 Sekunden. Hier, in den beiden kleinen Auditorien, beträgt die RT etwa 0,35 Sekunden, während das große Auditorium 0,5 Sekunden aufweist.

Kann das Constellation System mit Videowiedergabe verwendet werden?

Pellowe: Ja, Videoton kann jederzeit Teil einer Vorlesung sein. Bei Constellation brauchen Sie nicht zwischen den beiden zu unterscheiden. Wir haben immer Lautsprecher an der Vorderseite des Raumes angebracht, um die Schallquelle an der Leinwand zu verankern, aber der Klang wird auch über das gesamte Constellation System verteilt, so dass Sie einen noch eindringlicheren Klang haben.

Wie wurden die Abstimmung und Kalibrierung für das Maersk Building durchgeführt?

Pellowe: Nach der Erstkalibrierung und dem Voicing lud die Universität Studenten zu drei Vorlesungen ein, die zum zusätzlichen Voicing im großen Auditorium abgehalten wurden. Nach den Testsessions fanden regelmäßige Kurse statt, in denen ich das System während der Vorlesungen am Computer feinabstimmen konnte. Nach allen Vorträgen, die ich und Anders Jørgensen von Stouenborg, unserem Systemintegrator und Projektpartner, besuchten, sammelten wir Feedback und fragten die Teilnehmer ob sie deutlich hören würden. In den ersten Wochen haben wir die Einstellungen für die leiseste Stimme verfeinert. Wir sind mit dem Endergebnis sehr zufrieden.

Inwiefern unterscheiden sich die Constellation Systeme für die Sprachverständlichkeit von den Systemen zur Musikverbesserung?

Pellowe: Constellation Systeme für Musik sind so konzipiert, dass sie die Nachhallzeit des Veranstaltungsortes verlängern. Die Mikrofone im Auditorium sind bewusst hoch über dem Publikum platziert, um den indirekten Schall aufzunehmen, der als Hall in den Raum zurückgekehrt ist. Durch das Hinzufügen von Verstärkung zum System beginnt Constellation den Schall zu regenerieren, wodurch die Stärke und Länge des Nachhalls erhöht wird. Umgekehrt fangen Mikrofone über der Bühne Töne von Musikern und Darstellern ein, die mit unserem Early Reflections System über den gesamten Veranstaltungsort verteilt werden, um die Klarheit und Intimität zu stärken. Dabei handelt es sich um ein Inline-Verfahren, das die Nachhallzeit nicht regeneriert oder verlängert. Auch Constellation Voice Lift Systeme setzen auf Early Reflections. Sie sind nicht dazu bestimmt, die Nachhallzeit zu verlängern, sondern stützen sich auf die omnidirektionale Verteilung der de-korrelierten und zeitkritischen Early Reflections im Raum. Mikrofone für den Voice Lift sind in der Regel näher am Menschen platziert, und der Raum muss eine wesentlich geringere Nachhallzeit haben als ein Venue für Musikdarbietungen.

Doch wie unterscheidet sich das von einem normalen verteilten Beschallungssystem?

Pellowe: Die Constellation Voice Lift Systeme verbessern die Sprachverständlichkeit und erhalten gleichzeitig die natürliche Abbildung des Klanges. Der Klang wird als vom Ort der sprechenden Person kommend wahrgenommen und nicht von nahegelegenen Lautsprechern, wie typischerweise mit einer verteilten PA. Das macht Voice Lift so komplex, wir benötigen eine leistungsfähige Signalverarbeitung, um das in einem großen Raum zu ermöglichen. Um eine ausreichende Verstärkung zu gewährleisten und um sicherzustellen, dass die Signallaufzeiten immer perfekt sind für jeden der zuhört und jeden der spricht, unabhängig von seinem Standort in einem Auditorium mit 500 Sitzplätzen, benötigen wir fast jeden der 288 Audio Mix Busse unseres Systems. Voice Lift Systeme benötigen eine höhere Mikrofondichte und die Kalibrierung sowie das Voicing sind anders.

Constellation wurde außer in diesem Projekt auch in anderen hochmodernen Unternehmens- und Hochschulsystemen integriert, die Sie aufgrund von Vertraulichkeitsvereinbarungen nicht nennen können. Ist das ein neuer Schwerpunkt für Meyer Sound?

Pellowe: Das ist es, und um die Systeme nicht nur für das Maersk Building, sondern auch für andere ähnliche Anwendungen zu schaffen, führt Meyer Sound kontinuierliche und intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch, die zu erstaunlichen neuen Software- und Hardwareentwicklungen geführt hat. Es ist wirklich bahnbrechende Forschung. Meine Kollegen haben einige brillante Ideen, die ich mir nie erträumt hätte, in Constellation einfließen zu lassen.

Sie sind der Leiter des Teams, das das Tuning durchführt, aber es gibt sicher noch andere Kollegen, die für die Erstellung der Constellation Kerntechnologien verantwortlich sind.

Pellowe: Das Constellation Team besteht aus Menschen mit einem riesigen Reichtum und Vielfalt an Talenten. Ich bin vielleicht der Älteste nach Alter und Erfahrung, aber andere Mitglieder unseres Teams tragen enorm zum Erfolg dieser Projekte bei. Unsere talentierten Wissenschaftler und Ingenieure bei Meyer Sound entwickeln die Technologie, um diese Systeme zu bauen und zu kalibrieren, und ich bin stolz darauf, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Ihr Beitrag zu unseren Leistungen kann wirklich nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es erfordert ein extrem hohes Maß an technischer Zusammenarbeit, um die bemerkenswerten Ergebnisse zu erzielen, die wir bei Maersk und mit anderen ähnlichen Systemen erzielt haben.

Sie haben ein außergewöhnliches Maß an Erfahrungen in der Welt der klassischen Musik gesammelt. Wie konnten Sie dieses Wissen bei Constellation für Unternehmen und Bildungseinrichtungen anwenden?

Pellowe: Niemand von uns hätten vor 10 Jahren gedacht, dass wir solche Installationen durchführen würden, aber ich genieße die Herausforderungen enorm. Bei der Premiere im Maersk Buildung zum Beispiel im Beisein der Königin von Dänemark hatten wir einen Teil des Programms mit einer Gruppe von Sängern der dänischen Nationaloper besetzt, so dass wir einfach auf ein Hall-Preset umgestiegen sind - all unsere Voice Lift Systeme können das. Ein kostenloser Konzertsaal ist in jedem System enthalten! Sie führten Ausschnitte aus verschiedenen Opern mit Klavierbegleitung auf, und der Klang war fabelhaft. Die Künstler liebten die Akustik!

November 2017

VORGESTELLTE PRODUKTE

Constellation